SETUP: “Headshot”-Fotografie im Studio
- 19. März 2012
- | Akira Schüttler
- | veröffentlicht unter: .technical, .tutorial
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Hallo Leute,
nachdem ihr letzte Woche super informiert wurdet gibt es heute für euch ein tolles Lichtsetup.
Es war ja längere Zeit etwas kalt draußen und ich habe daher etwas mehr im Studio gearbeitet und experimentiert. Dabei herausgekommen ist mein neues Standardsetup für alle Kopfportraits vor weißem Hintergrund. Dabei möchte ich versuchen einen typischen Ringblitzlook zu imitieren.
Und genau dieses Setup habe ich haarklein für euch aufbreitet. Los gehts nach dem Break!
Es geht los! Ich dekonstruiere für euch das gesamte Setup und baue es Schritt für Schritt auf, damit ihr es einfach nachbauen und ausprobieren könnt.
Das Ganze richtet sich an Fotografen, die schonmal im Studio fotografiert haben und auch schon komplexere Lichtsetups aufgebaut haben. In diesem Headshot-Setup verwende ich insgesamt fünf Blitze.
Erster Blitz
Als erste Lichtquelle setzen wir das Keylight, unser Hauptlicht. Dazu verwende ich einen 70 cm BeautyDish am Galgenstativ. Für Jungs ist es das auch schon, für Mädels ziehe ich zusätzlich noch die “Duschhaube” über den BeautyDish. Das softet die Kanten des Kernschattens etwas. So sieht das Ganze aus, darunter seht ihr, wie sich alleine das Hauptlicht auf ein Portrait auswirkt.
Wir sehen ein typisches hochfrontales Lichtsetup. Jetzt geht es daran, dieses Setup zu verfeinern.
Zweiter und dritter Blitz
Nun bringe ich zwei Striplights in der Größe 120x30cm an die beiden Seiten. Auch diese führe ich leicht schräg von oben. Und das sieht so aus:
Ihr seht deutlich, wie die Wangenknochen und die sehr dunklen Schatten etwas aufgehellt wurden und die Haut noch glatter wirkt.
Vierter Blitz
Nun geht es an die weitere Detaillierung des “Ringblitz-Looks”. Dazu wird ein Aufhellicht benötigt. Ich verwende dazu eine 60x90cm Softbox, die frontal unter dem Hauptlicht positioniert wird. Das Ganze sieht dann so aus:
Wir haben nun ein Setup mit vier Lichtern, die das Gesicht des Modells ausleuchten. Aus der Modellsicht sieht es übrigens dann so aus:
Fünfter Blitz
Ich hatte anfangs aber von fünf Blitzen gesprochen. Ganz einfach, zur Aufhellung des Hintergrundes verwende ich noch einen Blitz auf einem Stativ. Er steht dann direkt hinter dem Modell. Hier nochmal eine Gesamtübersicht über das Setup:
Unter anderem habe ich mein aktuelles Profilfoto mit diesem Setup erstellt, achtet dabei mal auf den Augenreflex, man erkennt deutlich die Lichtquellen:
Leistungseinstellungen
Ich habe bisher bewusst die Leistungseinstellungen aus der Betrachtung ausgeklammert. Das liegt daran, dass die Einstellungen von euren Blitzen abhängen. Achtet darauf, dass ihr das Keylight/Hauptlicht auf eine feste Blende einmesst. Blende 8 – 11 sind dabei zu empfehlen. Ich würde empfehlen die Streiflichter dann um ca. -1 Blende unterzubelichten und das Aufhelllicht von unten um -1,5 Blenden unterzubelichten.
Das Licht für den Hintergrund stellt ihr dann +1 Blende heller ein. Achtet dabei darauf, dass es nicht zu stark ist, da der weiße Hintergrund sonst durch Lichtreflexion für eine Kontrastverringerung in eurem Foto sorgt.
Habt ihr noch Fragen zum Lichtsetup? Wie hat euch die Erklärung eines solchen Lichtsetups gefallen?
Bis dahin, beste Grüße
Akira Schüttler

Yannick
Hi,
Das Setup werde ich mir mal merken, vielleicht probiere ich es aus, wenn ich das nächste mal in einem voll ausgestatteten Studio bin.
jetzt fehlen mir nur noch drei Blitzköpfe um es auchmal genau so auszuprobieren
Die schattenfreie Ausleuchtung gefällt mir aber sehr gut, der Augenreflex kommt natürlich nicht gegen den eines echten Ringlichtes an
PS: Was ist das für ein Galgenstativ? Das sieht extrem Stabil aus.
Gruß
Yannick
Akira Schüttler
Hi Yannick,
Das Ganze ist, wie gesagt, ein etwas erweitertes Setup, man braucht also viel Material. Im Vergleich zum Ringlicht ist es so, dass man mit oben genannten Lösung um einiges flexibler ist was den Bildausschnitt und die verwendete Brennweite angeht. Mit einem Ringlicht ist man da schon etwas festgelegter, mit 200mm Brennweite kann man damit nicht mehr fotografieren.
Die nahezu Schattenfreie Ausleuchtung ist zwar was feines, allerdings wirkt es auch schnell langweilig. Mit meinem neuen System (Vorstellung bald) sind da sehr viel spannendere Lichtsetups möglich.
Das Galgenstativ ist ein großer Studiogalgen mit Parallelführung. Der Vorteil ist der sehr große Ausleger. Man hat das Stativ auch bei Weitwinkelshots nicht mit im Bild. Nachteil ist die starke Anfälligkeit bei Bewegungen, der Ausleger schwingt relativ schnell. Man muss damit vorsichtig umgehen.
LG Akira
MiGel von "Licht(in)former"
“Die nahezu Schattenfreie Ausleuchtung ist zwar was feines, allerdings wirkt es auch schnell langweilig.”
You nailed it.
Akira Schüttler
Hi!
Da hast du Recht. Damit ist jetzt auch Schluss. Ich hoffe, meine zukünftigen Aufnahmen gefallen dir dann etwas besser.
LG Akira
MiGel von "Licht(in)former"
Och, ich finde das Licht (und die Bilder) durchaus nicht uninteressant.
Aber wie Du schon meintest, wird es auch schnell langweilig. The right tool for the right job.
Fotografierer
Inspiriert von Peter Hurley?
Akira Schüttler
Yes!
Fotografierer
Hehe. Ich hab vor ein paar Monaten selbst ein an meine Lichtformersammlung angepasstes Headshot Setup ala “Hurley” zusammengestellt, von daher kam es mir bekannt vor. Aber erstens, erfunden hat er es auch nicht und zweitens sich von den besten inspirieren lassen ist wohl alles andere als ein Fehler.
LG
der Fotografierer
PS: Nachdem ich bei dem einen Foto noch ein Strip im Hintergrund rumstehen sehe und extrem neugierig bin, muss ich doch nachfragen warum du zur Dish greifst. Nur wegen des runden Augenreflexes (ich finde der Effekt geht unter sobald man mehrere Lichtquellen einsetzt) oder hattest du noch einen anderen Grund?
Akira Schüttler
Nope, lag an dem runden Augenreflex. Mittlerweile nutze ich als Führungslicht eine Elinchrom Deep Octa Box mit Innendeflektor. Beautydish-ähnlich, aber viel universeller einsetzbar.
LG Akira